Auf den ersten Blick wirkt es, als würden Anglizismen die Arbeit eines Übersetzers und Dolmetschers ungemein erleichtern. Wozu auch lange über die Übersetzung eines Worts nachdenken, wenn man auch gleich den englischen Begriff beibehalten kann? So einfach ist es leider nicht. Auch wenn sich in unserer Sprache immer mehr englische Begriffe durchsetzen, werden viele davon ganz anders als in ihrer Ursprungssprache verwendet und einige Wörter, die zuerst englisch anmuten, kommen eigentlich aus dem Deutschen. Hier sind also immer noch Fingerspitzengefühl und ein gutes Verständnis für beide Sprachen gefragt.
Anglizismen werden oft kritisiert. Manche bemängeln, dass sie deutsche Wörter aus dem Sprachgebrauch verdrängen. Dabei gibt es allerdings einige Anglizismen, für die es kein Äquivalent gibt: Besonders in Bereichen wie der Medizin, Technik oder Informatik werden viele Begriffe verwendet, die erst vor kurzem entstanden sind. Diese Begriffe beschreiben hochmoderne Entwicklungen, die meistens auf Englisch stattfinden – eben der Sprache der internationalen Wissenschaft.
Auch in der Wirtschaft gibt es auf Deutsch oft schlicht und ergreifend kein Äquivalent, wie beispielsweise beim „Lock-in-Effekt“, der bei einer besonders engen Kundenbindung an ein Produkt oder eine Marke aufkommt. Hier müssen Übersetzer und Dolmetscher wissen, wann sie ein Wort eindeutschen oder doch lieber beim Original bleiben.
Viele Anglizismen haben ihren Ursprung in der Jugendsprache, bei der es nahe liegt, jüngeren Zielgruppen entgegenzukommen, indem man sich vieler englischer Begriffe bedient. Hierbei lässt man sich allerdings auf einen linguistischen Drahtseilakt ein, denn die Jugendsprache befindet sich mehr als alle anderen Sprachbereiche im stetigen Wandel: Jugendwörter die heute noch cool und trendy wirken, sind vielleicht nächste Woche schon cringe.
Falsch verwendete oder zu viele Anglizismen wirken hier schnell unauthentisch, weshalb es essenziell ist, dass solche Texte von Menschen geschrieben werden, die ihr Handwerk verstehen. Das gilt erst recht für Übersetzungen, da sprachliche Barrieren überwunden werden müssen, ohne etwas an der Grundaussage oder an der Wirkung des Texts zu verändern.
Zu viele Anglizismen verkomplizieren diese Aufgabe. An der falschen Stelle auf geläufige Anglizismen zu verzichten wirkt allerdings oft verklemmt und altmodisch: In der Regel redet niemand mehr von Rechnern, wenn von Computern die Rede ist. Baby klingt wesentlich süßer als Säugling und der Air Fryer ist auch viel kürzer und damit weniger umständlich als die deutsche (und teilweise französische) Heißluftfritteuse.
Das heißt aber nicht, dass die deutsche Sprache nicht einige schöne Alternativen für oft verwendete Anglizismen in petto hat, auch bei vergleichsweise neuen Begriffen: AI, also Artificial Intelligence, wird zum Beispiel fast immer KI genannt – künstliche Intelligenz eben.
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, können zu wenige Anglizismen altmodisch wirken. Andererseits glauben Kritiker, dass die deutsche Sprache durch Anglizismen verunstaltet wird. Ob das stimmt, lässt sich nicht objektiv festlegen und ist wohl jedem, der unsere Sprache spricht, selbst überlassen. Fest steht, dass es auf viele Menschen unprofessionell wirkt, sich allzu sehr auf Anglizismen zu verlassen.
Auch beim Dolmetschen ist es essenziell, auf Anhieb das Gleichgewicht zu finden, um niemandem vor den Kopf zu stoßen – sei es durch die übertriebene Benutzung von Anglizismen oder durch unpassend übersetzte englische Begriffe, die am besten im Original geblieben wären.
Über viele Anglizismen denken wir schon gar nicht mehr nach. Kaum jemand denkt zum Beispiel über die Herkunft der Kartoffelchips nach. Dieser Begriff hat sich schon so eingebürgert, dass niemand ernsthaft auf die Idee käme, sie als „frittierte Kartoffelscheiben“ zu vermarkten. Wer Donuts als „Krapfen“ verkauft, hat damit zwar technisch gesehen Recht, nimmt aber in Kauf, dass es bei seinen Kunden zu Missverständnissen kommt. Gerade in der Technikbranche kann es sein, dass englische Produktnamen beibehalten werden: Immer mehr Haushaltsgeräte lassen sich per Bluetooth steuern, andere smarte Produkte verbinden sich mit dem WLAN.
Mitten in diesem sprachlichen Chaos, weiß unser Team aus Übersetzern und Dolmetschern von AP Fachübersetzungen aus Nürnberg genau, welche Begriffe im jeweiligen Kontext die richtige Wahl sind. So sorgen sie dafür, dass Sie sich bei jeder Form der Sprachmittlung auf eine präzise und zuverlässige Kommunikation verlassen können.
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